Die nationale Stromnachfrage Kenias erreichte am 3. Dezember 2025 mit 2.439 Megawatt (MW) einen Rekordwert – die höchste Zahl in der Geschichte des Landes. Die Spitzenstromnachfrage stieg kontinuierlich von 2.362 MW im Juli auf 2.392 MW im August, übertraf im Oktober 2.412 MW und erreichte schließlich im Dezember 2.439 MW. Die Kenya Power and Lighting Company (KPLC), der wichtigste Stromversorger des Landes, erklärte, der Anstieg der Stromnachfrage sei auf eine verstärkte industrielle Aktivität, neue Haushaltsanschlüsse sowie das Aufkommen von Elektrofahrzeugen zurückzuführen. Das kenianische Energieunternehmen ergreift kurzfristige Maßnahmen, um dem starken Anstieg des Stromverbrauchs zu begegnen. So wird bis zu 120 MW Strom aus Uganda importiert, wo derzeit die Infrastruktur modernisiert wird. Zudem laufen Verhandlungen, um weitere 150 MW aus Äthiopien zu sichern. Lokal werden bis Dezember 2026 zwei Geothermiekraftwerke in Menengai zusätzliche installierte Kapazitäten von 70 MW bereitstellen. Die Instandsetzung von Block 1 in Olkaria wird 60,5 MW wiederherstellen, zudem sind Wartungsarbeiten an der Turbine von Sondu II (30 MW) im Gange. Zusätzlich verbessern Modernisierungsmaßnahmen im Übertragungsnetz die Stromversorgung in den westlichen, küstennahen und zentralen Regionen Kenias. Derzeit verfügt Kenia über eine stabile installierte Erzeugungskapazität von etwa 2.495 MW, eine effektive vertraglich vereinbarte Kapazität von 3.108 MW sowie eine insgesamt installierte Leistungskapazität von 3.236 MW. Statistiken zufolge hatten im Jahr 2023 rund 76,21 % der kenianischen Bevölkerung Zugang zu elektrischer Energie – gegenüber 37,1 % im Jahr 2013. Daten der Weltbank und der Internationalen Energieagentur zeigen, dass der Ausbau des Stromnetzes weiterhin voranschreitet. Allerdings liegt diese Quote noch unter dem globalen Durchschnitt von etwa 87,1 %, was verdeutlicht, dass trotz wachsender Nachfrage weiterhin ein Zugangsdefizit besteht. Die Kenya Power hat im Jahr bis Ende Juni 2025 über 400.000 neue Kunden gewonnen, was nicht nur die Stromversorgung ausgeweitet, sondern auch den Energieverbrauch erhöht hat.



